Smily

Fazit 2012


Ich habe eine wunderschöne Reise erlebt, von der ich keinen Kilometer missen möchte.

 

Die Reise in den Winter, in der Jahreszeit zurück und dann wieder Retour in den Sommer hat mich sehr fasziniert.

Darüber hatte ich zuvor gar nicht nachgedacht und umso mehr war ich überrascht und erfreut, an der Vegetation diese Veränderungen ablesen zu können.

 

Von der Gesamttemperatur waren wir sicherlich sehr früh im Jahr unterwegs. Auch das hätte man erahnen können. Aber da haben wir uns auf die Jahresdurchschnittswerte verlassen, die in diesem Jahr sicherlich unterschritten wurden.

 

Die Verlockung, ohne Mückenplage durch Finnland zu kommen, hat zu diesem frühen Reisetermin beigetragen. Im Durchschnitt lag die Temperatur bei ca. 8°. Und so war es oft richtig kalt.

 

Unter diesem Aspekt hatten wir aber auch das Ziel Nordkap bereits unterwegs in Frage gestellt. Es war gut festzustellen, dass wir dieses Ziel auch hätten aufgeben können, ohne uns zu verbiegen.

 

Das wir es letztendlich unter den Bedingungen doch geschafft haben, war natürlich toll. Entsprechend stolz waren wir.

 

Zeitweise lag ein gewisser Zeitdruck auf der Tour. Das Treffen mit Claus in Tampere als fester Termin und dann auch die Verabredung mit Olaf in Kristiansand haben dazu beigetragen.

 

Das würde ich wahrscheinlich nicht wieder so machen. Der Druck hat mir unbewußt am Anfang wie am Ende nicht gut getan. Die Möglichkeit des Innehaltens, der spontanen Änderungen der Route muss möglich und willkommen sein. Ebenso würde ich mir auf einer nächsten Tour doch mehr Ruhetage gönnen. Stadtbesichtigungen oder auch nur einen Lesetag in der Hütte. Eine Erfahrung, die ich mitnehmen werde.

 

Die Landschaften haben mir überall sehr gefallen.

 

In Polen war die Gegend um Masuren sehr, sehr schön. Viel Wasser, Wald, landwirtschaftliche Flächen, kleine Alleen, leicht hügeliges Gelände und schöne Kurven. Hier möchte ich noch einmal mit mehr Zeit hinfahren.

 

Auch Litauen, Lettland und Estland haben mir gefallen. Auch hier wäre eine Reise – besser mit dem Campingbus – angeraten, da wir von diesen Ländern und Städten viel zu wenig gesehen haben.

Nur durchreisen durch diese Länder, um nach Finnland zu kommen, würde ich nicht wieder. Da würde ich beim nächsten Mal die Fähre von Kiel nach Helsinki nehmen.

 

In Finnland habe ich mich sehr wohl gefühlt, da das Tempo des Landes so gemächlich war – Entschleunigung pur.

Leicht hügelige Landschaft mit unendlich vielen Seen und Wäldern sowie gute Straßen. Auch hier haben wir viel zu wenig Städte und Orte angesehen. Hier würde ich gerne noch einmal mehr Zeit verbringen.

 

Lappland mit seiner dann sehr eigenen Vegetation, den vielen Rentieren, der bezaubernden Landschaft ist in jedem Fall eine Reise wert. Die Hüttenübernachtung auf der Grenze zu Norwegen in Karigasnieni war der Hit. :-))

 

Norwegen ist das ultimative Motorrad-Reiseland.

Hier ist nichts gerade. Es gibt Kurven ohne Ende und es geht hoch und runter.

Es begleitet einen immer Wasser – als Fjord, See oder Fluß.

Im Norden noch sehr karg und ohne Blumen für uns ganz ungewöhnlich. Auch nicht immer so sauber, sondern eher robust.

Je mehr man in den Süden kommt, entwickelt sich die Landschaft, die Häuser bekommen Gärten, die Orte sind sauber und schön.

Es gibt überall Hütten. Sogar in den entlegensten Gebieten. Es ist faszinierend, wo der Norweger seine Freizeit verbringt.

Der Schnee verlässt einen bis tief in den Süden nicht. Auch damit habe ich nicht gerechnet.

Bis 200 km vor Kristiansand kamen wir in den höheren Lagen immer wieder in den Schnee.

 

Die Lofoten sind der Hit. Eine wirklich bizarre Landschaft, die wir bei Nacht (die keine war) genießen konnten.

 

Nach Norwegen werde ich auf jeden Fall wieder reisen. Dann direkt von Hirtshals nach Kristiansand.

Den Preikistolen und auch Lysebotn, die Küstenstraße nach Bergen, Bergen und Oslo würde ich mir noch einmal gerne in Ruhe ansehen.

 

Die letzten Etappen durch Schweden waren sehr schön. Leider hat dann das Wetter uns einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Da ich aber schon früher in Schweden gewesen bin, steht dieses Land nicht oben auf meiner Liste.

 

Zu zweit zu reisen, hatte durchaus Vorteile. Wir konnten uns austauschen und helfen. Die Stimmung war durchgehend freundschaftlich und positiv gestimmt. Dafür danke ich Gerd sehr. Ich glaube, dass wir ein wirklich gutes Team waren.

 

Nach dieser Reise kann ich mir aber auch vorstellen, solche Distanzen und Reisen alleine zu bewältigen. Ich traue es mir jetzt zu.

Die Vorteile, die mir von dem allein reisenden Dänen auf der Walsafari genannt wurden: keine Kompromisse, anhalten wo man will, eigener Rhythmus und vieles mehr, kann ich nachvollziehen.

 

Vielleicht muss ich es einfach ausprobieren, um dann feststellen zu können, was mir besser gefällt.