Giant´s Causeway
Giant´s Causeway

Tag 14 - 11.07.2015 - Rundtour nördlich Belfast (Causeway) – 261,4 km


Sonne, Wolken, überwiegend bedeckter Himmel, später Regen

Die Nacht war wieder extrem laut. So bin ich schon um 6:30 Uhr wach und wecke meinen genervten Mann.

Es ist trocken und der Tag mit der Rundtour über den Causeway lockt.

 

So sitzen wird schon um 7:45 Uhr beim Frühstück, als ich aus dem Augenwinkel ein Auto auf mein rotes Motorrad zurollen sehe.

Ich lasse alles fallen und springe auf. Claus folgt mir. Ein Mann läuft neben dem rollenden Wagen und zieht die Handbremse, so dass das Fahrzeug nun direkt 5 cm vor meinem Motorrad zum Stehen kommt.

 

Wow! Wir sind geschockt. Ich habe das Teil gedanklich schon fallen sehen und danach die graue Maschine.

Der Mann lehnt an seinem Auto und ist total außer Atem und einem Herzinfarkt nahe. Beim Rangieren mit dem Wohnwagen hat sich der Wagen mit halb angezogener Handbremse ohne den Mann auf den Weg gemacht.

 

Das wäre es gewesen. Damit wären beide Motorräder zu Fall gekommen und ggf. nicht mehr fahrbereit gewesen.

 

Nachdem wir uns von diesem Schreck erholt haben starten wir durch das Inland in Richtung Coleraine und Portrush.

Die Strecke lässt sich sehr gut fahren, zumal so früh noch nicht viel Verkehr auf der Straße ist.

 

Nach einem Tankstopp in Portrush fahren wir als ersten Stopp das Dunluce Castle an. Diese verfallene Burgruine steht exakt auf der Klippe über dem Meer und ist ein wunderbares Fotomotiv. Für eine Besichtigung der Ruine muss man wieder Eintritt bezahlen und das sparen wir uns. Ich mache also nur meine Fotos (leider ist es wieder sehr bedeckt) und wir fahren weiter zu dem Giant´s Causeway.

Dort ist eine Wanderung und Besichtigung der besonderen Steinformationen geplant.

 

Wir haben Jeans und Wanderstiefel und Regenjacken mitgenommen. So ziehen wir uns am Moped um und schließen die Jacken und Helme an.

Es ist gut, diese Wanderung ohne Motorradklamotten zu machen.

 

Wir zahlen Eintritt und bekommen einen Audioguide, der uns an verschiedenen Punkten auf der Wanderung über die Sehenswürdigkeiten aufklärt.

 

Die Landschaft, diese besonderen Steine, der Küstenstreifen, das ist schon etwas sehr Einzigartiges.

Ich versuche, mit meiner Kamera auch bei dem leichten Nieselregen teilweise oder den Wolken gute Bilder zu machen.

 

So wandern wir erst unten an der Küste entlang und zurück klettern wir über 162 Stufen auf die obere Kante und gehen zurück zu dem Visitorcenter. Diese Wanderung ist nicht besonders anstrengend und macht uns viel Freude.

Im Visitorcenter stärken wir uns mit Kaffee und Kuchen und ziehen uns dann wieder die Motorradsachen an.

 

Als nächsten Punkt wollen wir uns ein Stück im Inland die Dark Hedges ansehen.

Das ist ein ganz besonderes Stück Landstraße, an dem die Buchen auf beiden Seiten wie ein Dach über der Straße ineinander gewachsen sind. Ich versuche, dies mit der Kamera einzufangen.

Claus kommt mit ganz jungen irischen Bikern, besonders mit einer jungen Frau, die eine Rennziege fährt ins Gespräch.

Die junge Frau erklärt uns, dass in Ballymoney ein Memorial für einen Motorrad Rennfahrer (Dunlop) steht, der für alle Motorradfahrer hier ein Vorbild ist. Und wir sollten uns den Memorial unbedingt ansehen. Da wäre auch eine nette Biker Kneipe. Wir kommen aber gerade aus dieser Richtung und werden dieser Anregung nicht nachkommen.

 

Kurz bevor wir nun wieder weiterfahren wollen, hält ein Auto neben mir und eine Frau hält mir eine Postkarte mit der Aufnahmen dieser Straße hin. Es ist eine wunderschöne Aufnahme, die ich gerne nehme. Auf der Rückseite wird Gott lobgepriesen und mir der Weg in den Himmel versprochen, wenn ich nur genug daran glauben J

 

Wir fahren zurück zur Küste. Hinter Ballycastle fahren wir auf eine kleine Straße (für Wohnmobile und Busse gesperrt), die sich als wunderschön herausstellt. Ein sogenannter „Singletrack“, der uns unmittelbar an der Küste hoch und runter, rechts und linke kurvig durch die atemberaubend schöne Landschaft führt.

 

In Cushendall kommen wir wieder auf die A2 und folgen dem Causeway.

Einen nächsten Stopp machen wir in Carnlough. Ein kleiner netter Ort mit kleinem Fischereihafen.

Hier fotografiere ich wieder. Wir trinken einen Kaffee und kaufen ein. Leider regnet es sich jetzt ein, so dass unser Regenzeug wieder zum Einsatz kommt.

 

Zurück am Zeltplatz suchen wir uns Plätze zum Trocknen der Sachen im Sanitärgebäude und sortieren uns.

Claus kocht heute und wir verbringen den Abend bei leichtem Regen im Zelt.

 

Morgen geht es auf die Fähre nach Schottland.

Irland ist/war wunderschön, und ich habe das Gefühl, dass wir nur die Oberfläche angekratzt haben und eigentlich noch einmal wiederkommen müssen.

 

Am Abend im Zelt kontrollieren wir nochmal die Abfahrtszeiten auf den Fährtickets. Als Claus gerade draußen ist fällt mein Blick auf das Datum. Das Datum auf dem Ticket was das heutige Datum! Oh shit!

Claus kommt aus dem Entsetzen und Staunen gar nicht mehr heraus. Er rätselt hin und her warum er für sich den 12.07. als Reisedatum abgespeichert hatte. Wir versuchen Stena Line zu erreichen. Ohne Erfolg, es ist schon zu spät.

 

Was kann passieren? Schlimmstenfalls haben sie morgen keinen Platz für uns auf der Fähre. Blöd wäre auch, wenn wir die Überfahrt noch einmal zahlen müssten. Eine unruhige Nacht, in der wir die Ausreden vorformulieren, steht uns bevor.