Fährhafen in Hull, England
Ankunft in Hull

tag 2 - 29.06.2015 - hull - dublin - 382 km


Sonne, Wolken, gutes Fahrwetter

Am vergangenen Abend haben sich Halsschmerzen bei mir eingestellt. Schon in der Kabine nach der Dusche und auch beim Abendessen begann das. So einen wirklichen Reim konnte ich mir nicht darauf machen.

 

Erst der Hinweis von Claus bezüglich der Klimaanlage in der Kabine scheint als eventuelle Ursache Sinn zu machen. Auf solche Situationen reagiere ich scheinbar sehr empfindlich.

 

Sobald es hell wird, sind wir beide wach. Wir sind unsicher, welche Zeit wir haben, da wir mit der Zeitverschiebung nicht klar kommen.

So stehen wir statt ¼ vor 6 Uhr schon um ¼ vor 5 Uhr auf.

Wir duschen und machen uns ein Müsli. Den Kaffee wollen wir uns dazu kaufen und werden bei diesem Versuch darauf aufmerksam gemacht, dass wir eine Stunde zu früh dran sind.

 

Wir sind beide aufgeregt, da wir heute um 13:20 Uhr spätestens in Holyhead sein müssen, um dort die Fähre nach Dublin zu bekommen. Eine Distanz von ca. 350 km liegt vor uns, über weite Strecken Autobahn.

 

Um 8 Uhr sollten wir von der Fähre kommen. Wenn keine Hindernisse aufkommen, sollte das gut zu schaffen sein.

Viel zu früh in aller Aufregung stehen wir im Laderaum, nachdem dieser endlich geöffnet wurde und packen unsere Mopeds.

Rasch haben wir unser Sachen verstaut und warten wie zig andere Leute auf das Entladen. Unzählige Motorräder stehen auf der Fläche. Viele lassen schon weit vor der Zeit den Motor laufen. Die Luft ist unerträglich.

 

Ja, und dann geht es los.

Scheinbar, denn das Ausladen scheint ein Hindernislauf zu sein, der darin gipfelt, dass wir erneut unseren Personalausweis zeigen müssen.

Oh, shit!! Und den habe ich wieder in meinem Innenfutter der Motorradhose untergebracht.

Also während des Stopp und Go die Hose auffummeln und unter riesigen Verrenkungen in die Seitentasche. Mir steht der Schweiß sonst wo, aber dann ist es geschafft.

Wir verbringen/verlieren ca. 1 Stunde mit diesem Hindernislauf, bis wir dann endlich durch die Passkontrolle sind.

 

Vor drei Jahren konnte ich ohne einmal den Ausweis zücken zu müssen durch 10 Länder reisen.

Die Britten spinnen bei ihren Sicherheitsvorkehrungen.

 

Aber dann geht es los. Und immer schön links vor allem!!!

 

Gleich zu Beginn vor der Autobahn haben wir einen Stau nach dem anderen. Wir hängen uns an die britischen Motorradfahrer, um uns auf den Mittelspuren durch den Stau zu drängeln.

Raus aus Hull Richtung Leeds, Manchester, dann ein kurzes Stück Richtung Birmingham, um dann weiter nach Chester und Holyhead zu kommen.

Nach 1 x Pause und 1 x Tanken erreichen wir  um 13:08 Uhr nach einer wirklich flotten und auch anstrengenden Fahrt  das Fährterminal in Holyhead. Wir können sofort auf die Fähre fahren.

Hier werden die Mopeds von Mitarbeitern der Stena Linie vertäut und wir gehen nach oben, um uns Kaffee und Kuchen zu kaufen.

Da es auf der Fähre freies Wifi gibt, werden die Mails und Nachrichten geschaut.

 

Die Fähre legt um 13:45 Uhr bereits ab.

Alles verläuft ohne Probleme und nach Plan. Sogar ein kleines Nickerchen ist auf dem bequemen Sofa im Selfservice Restaurant möglich.

Als Land in Sicht kommt, gehen wir noch etwas an Deck, um Dublin von der Fähre aus zu sehen.

Es ist stark bewölkt und sehr windig.

 

Während das Schiff zur Anlegestelle fährt, vermuten wir, dass der Anleger nicht dem entspricht, den wir auf der Route eingeplant haben.

Aber nach kurzer Diskussion wird der Gedanke verworfen.

Dann legt die Fähre an und wir gehen aufs Car Deck.

 

Viele Mopedfahrer aus den Niederlanden sind nach uns noch angekommen. Ich vermute mit einer geführten Motorradtour.

Wir kommen ohne Stau oder Hindernisse in einem Rutsch von der Fähre. Claus fährt vor und das Navi sagt wohin.

 

Nach einer ganzen Weile frage ich Claus, ob er denn schon den ersten Zielpunkt erreicht hat. Nein, das hat er nicht.

Also stimmt es doch mit unserer Vermutung, dass das Schiff an einer anderen Anlegestelle angelegt hat.

Die Route wird dementsprechend bei einem kurzen Stopp von uns verändert.

Ohne den Nachteil zu ahnen, müssen wir jetzt in der Rushhour mitten durch Dublin fahren.

Das ist gleichzeitig interessant -  weil Sightseeing - aber auch sehr anstrengend.

Stopp an Go. An Autoschlangen vorbeischlängeln. Fast einen Fahrradfahrer umfahren. Wir sind dann doch froh, als wir die Innenstadt hinter uns lassen können.

 

Zum Schluss kaufen wir noch ein und erreichen den Zeltplatz so gegen 19:00 Uhr.

 

Aufbauen, Duschen, Essen kochen (der Grill will erst nicht so richtig) und dann richtig müde in die Schlafsäcke.

Ein toller Tag mit zumeist gutem Wetter.

 

Das Fahren auf der linken Seite klappt bis auf eine kleine kritische Situation bei mit gut.

Jetzt soll es ruhiger werden mit weniger Kilometern und ohne Termindruck (Fähre).

We will see.

 

Ps.: Halsschmerzen und Nase sind zu bei mir. Aber nur diese Symptome. Ich fühle mich nicht wirklich krank.