Mizen Head Bridge
Mizen Head

Tag 8 - 05.07.2015 - Crookhaven - caherdaniel - 225 km


Sonne, Wolken, gutes Fahrwetter

Es regnet viel in der Nacht. Und es wurde am Abend so kalt, dass wir buchstäblich in unsere Schlafsäcke geflüchtet sind.

 

Um 7 Uhr klingelt der Wecker. Wir gehen duschen und fangen anschließend an mit den Vorbereitungen für das Frühstück.

 

Sehr misslich ist es, dass wir keinen „vernünftigen“ Spiritus kaufen konnten. Der Spiritus, den wir gestern erworben haben rußt unglaublich und dreckt dabei unser Kochgeschirr saumäßig ein. Jede Berührung ist richtig nachhaltig dreckig. Unsere Hände sehen aus wie nach einer Grabung im Kohlebergwerk. Wir müssen unbedingt den roten Spiritus kaufen – bzw. den richtigen Laden dafür finden.

 

Aber egal, wir frühstücken und packen. Alles ist nass als wir es verstauen.

 

Unser erstes Ziel ist Mizen Head. Das ist eine Signalstation am südlichsten Zipfel von Irland. Natürlich muss Eintritt gezahlt werden. Dann können/müssen wir den Weg zur Signalstation zurücklegen. Es lohnt alleine der Aussicht wegen. Die Technik interessiert mich nicht wirklich.

 

Die Sonne scheint jetzt am Morgen und das Licht für einige schöne Aufnahmen ist gut. So schwitzen wir bei den An- und Abstiegen und genießen die Aussicht und Landschaft sehr.

 

Um ca. 11 Uhr geht es dann endlich richtig los. Wir starten unser Tour Richtung Ring of Kerry. Von Mizen Head geht es zuerst nach Bantry und von dort erst einmal auf den Ring of Beara. Eine wunderschöne Strecke auf kleinen und feinen Straßen.

Beeindruckende Ausblicke, wahre Postkartenmotive, eine Mischung aus Fjordnorwegen und dem tatsächlich über und über grünen Irland. In den Senken kommen wir oft an Brackwasserflächen vorbei, die den Tidenhub zeigen, nach See riechen und an Südengland erinnern. Dies in der Verbindung mit den dortigen Dörfern ist geradezu bezaubernd.

 

In Cahermore machen wir unsere Kaffee und Kuchenpause. Ein kleiner Ort mit Dorfplatz, auf dem wir unsere Mopeds abstellen. Eine große Gruppe von Motorradfahrern aus Deutschland ist schon da.

 

Beim Einparken werde ich von einer jungen Frau aus Dortmund angesprochen. Sie ist ungefähr so alt wie unsere Mädchen und wandert gerne. Da sich in Ihrem Freundeskreis niemand findet, der dies Hobby teilt, hat sie jetzt eine Tour alleine auf dem Wanderweg vom Ring of Beara gemacht. Das beschreibt sie als sehr erfüllend und sie berichtet von vielen interessanten Menschen auf ihrem Weg. Ich finde diese mutige junge Frau ganz wunderbar und freue mich über diesen kurzen Kontakt.

 

Wir gehen in die Bar, vor der auch die anderen deutschen Motorradfahrer sitzen und bestellen uns Kaffee und warmen Apfelkuchen.

Die deutsche Gruppe ist als geführte Reisegruppe von „Europa Motorradreisen“ unterwegs. Leider ist der Inhaber, Klaus Schoenmakers selber nicht dabei. Ich kenn ihn von einer Schwarzwaldtour. Das wäre ja wunderbar gewesen ihn hier zu treffen. Leider hat die Gruppe schon zwei Unfallopfer zu beklagen (Kurven).

 

Weiter geht es für uns nach der Stärkung. Leider denke ich gerade auf dieser Strecke – nur nicht zu oft anhalten, der Rind of Kerry kommt noch – und damit die sagenhaften Ausblicke und Bilder. Zwischen Lauragh und Kenmare haben wir einen einheimischen

Autofahrer vor uns, dem wir mit Genuss hinterher bretzeln können. Wir fliegen durch die Kurven und Landschaft, es ist ganz

wunderbar.

 

In Kenmare kaufen wir ein und suchen vor allem den „roten Spiritus“. Leider ohne Erfolg.

Nach einem Tankstopp am Ortsausgang von Kenmare geht es auf den Ring of Kerry. Das große AH und OH bleibt vorerst aus. Wir fahren viel durch Wälder, so dass das  Wasser/die Küste nicht zu sehen ist. Schade, da habe ich mir deutlich mehr erhofft. Auf der Höhe von Caherdaniel sehen wir Ausschnitte der schönen Küste und direkt einen tollen Campingplatz mit Sandstrand. Es ist zwar nicht unser Zielcampingplatz, aber wunderschön. Wir fragen nach einem Platz.

 

Leider ist der Platz voll, aber in 200 m soll ein weiterer schöner Platz sein. Als wir dort ankommen und fragen, ist sowohl ein Platz frei und der Campingplatz noch weitaus schöner als die Erste. Alleine bei der Auswahl des Stellplatzes bekommen wir uns so sehr in die Wolle, dass wir richtig ernste Krisengespräche führen müssen. So what.

 

Jetzt scheint die Sonne, wir haben gegessen und uns erklärt.

Mal schauen, was die nächsten Tage bringen.