Rote Häuser am Hafen von Søgne
Rote Häuser am Hafen von Søgne

Tag 1 - 29.06.2014 - Bremen - Søgne - 658 km


Ich schlafe diese Nacht sehr unruhig. Ich träume komische Sachen und habe Angst, den Wecker zu verpassen.

Um 2:00 Uhr klingelt der Wecker und ich gehe duschen. Claus steht eine viertel Stunde später auf. Wir machen uns fertig und frühstücken, obwohl wir so früh eigentlich noch keinen Hunger haben.

Draußen haben wir ca. 15 Grad und erst als wir abfahren, so gegen 3:15 Uhr (Claus tüddelt so lange) fängt es leicht an zu regnen.

 

Es ist komisch, wieder mit so viel Gepäck zu fahren.

 

 

Der Regen wird kräftiger und ich fahre zwischen den Anschlussstellen Uni und Vahr in  Bremen auf den Parkplatz, damit wir uns die Regensachen anziehen können.

 

Wurstepelle, unbequem aber trocken :-))

 

Es gießt jetzt wie aus Eimern, vorsichtig fahre ich am Bremer Kreuz auf die Hamburger Autobahn. Dunkelheit, glitzerndes Licht, es gießt in Strömen, das ist ja ein seltsamer Beginn des Urlaubes.

 

Nach dem Elbtunnel, den wir ohne Probleme passieren, und nachdem sich die Autobahn teilt, steuere ich den ersten Rastplatz an. Wir sind ca. 160 km am Stück im strömenden Regen gefahren. Alles ist durchnässt, so dass es Mühe macht, in die Handschuhe zu kommen. Wir fahren nach kurzer Pause weiter und wollen dann bei dem nächsten Stopp tanken und Kaffee trinken.

 

Bei knapp 200 gefahren Kilometern zeigt die Restweitenanzeige an, dass wir tanken müssen. Rest ca. 55 km, die rasant weniger werden. Ich hoffe auf eine Tankstelle. Ohne genau zu wissen, dass eine Tankstelle direkt an der Autobahn rechtzeitig kommt, fahre ich an einem Autohof vorbei. Mir geht der Stift und als ich ca. 20 km Restweite angezeigt bekomme, kommt die ersehnte Tankstelle. Puh, das war knapp.

 

Erst jetzt, 50 km vor Flensburg, können wir die Regensachen ausziehen. Die Handschuhe sind völlig durchnässt und trocken auf den Zylindern, immer wenn wir anhalten.

Selbst meine Stiefel haben nicht ganz dicht gehalten, die Strümpfe sind auch etwas nass.

 

Weiter geht es. Es ist frisch und wir fliegen mit 130 km/h über die ruhige Autobahn in Deutschland und dann bald in Dänemark.

Vor Aarhus müssen wir wieder tanken. Der Verbrauch liegt bei ca. 7,5 l/100 km. Ganz schön viel ist das. Wieder Kaffee und etwas Kuchen dazu.

 

Anschließend geht es in zwei Etappen nach Hirtshals. Der Wind hat aufgefrischt und schüttelt uns durcheinander. Mein Nacken tut weh und die letzten 100 km werden mühsam. Ich kann nicht mehr sitzen, strecke die Beine usw..

 

Dann ist Hirtshals erreicht. Und wieder ist der Tank sehr sehr leer. Und die Restweitenanzeige macht mir Panik. Aber am Anfang von Hirtshals ist gleich eine große Tankstelle und wir machen zum dritten Mal heute den Tank voll.

 

Wir kommen in Hirtshals um 10:30 Uhr an. 11:15 Uhr war unser Ziel und wir fahren also früher als gedacht an den Schalter der Color Line.

In der Linie 39 müssen wir uns dann aufstellen, zu anderen Mopedfahrern, die schon vor uns da sind. Es dauert eine ganze Weile, bis das Schiff kommt, das dann erst entladen werden muss. Um 11:45 Uhr können wir auf das Schiff fahren.

 

Die Mopeds müssen wir selber verzurren. Die Spanngurte hängen an einer Leine neben der Aufstellfläche an Bord. Einige Norweger, die mit ihrem Mopeds da sind, sichern diese mit mindestens 4 Gurten zu allen Seiten. Sie machen uns etwas verrückt, so dass auch wir mehr Aufwand betreiben als eigentlich gedacht.

 

Bombensicher vertäut verlassen wir die Motorräder und suchen leider vergeblich einen Sitzplatz auf der Fähre. Alle Plätze sind belegt. Es ist ein unglaubliches Gewusel auf dem Schiff. Mangels Sitzplatz suchen wir uns letztendlich einen Platz auf dem Fußboden und richten uns so ein, dass wir ein wenig Schlaf finden.

 

Nach drei Stunden kommt die Fähre in Kristiansand an. Die Sonne scheint und es ist richtig warm hier. Die wenigen 19 Kilometer führen uns durch die hügelige Schärenlandschaft vor Kristiansand. In Søgne fahren wir zum Åros Feriesenter AS und stellen zum ersten Mal in diesem Urlaub unser Zelt auf.

 

Schnell aus den Sachen. In Badesachen wollen wir in der Nordsee baden gehen. Es ist eiskalt  und nur Claus schafft den Sprung wirklich. Ich belasse es bei nassen Beinen.

 

Leider muss im Anschluss die warme Dusche ausfallen, da wir noch keine Kronen für den Automaten haben. Also kalt duschen. Nicht schön aber machbar.

 

Wir kochen und tüddeln viel herum. Zwischendrin regnet es mal ein wenig. Die Mücken kommen und Claus versucht die Lampe am Zusatzscheinwerfer seines Mopeds zu wechseln. Aber leider haben wir nicht die passende Lampe dabei.

 

Nach einem Spaziergang zum Wasser gehen wir heute recht müde und geschafft in die Betten.