Zelt auf Campingplatz in Lysebotn
Ankunft in Lysebotn nach einer extremen Regenfahrt

Tag 2 - 30.06.2014 - Søgne - Lysebotn - 268 km


6:30 Uhr stehen wir beide auf. Es war zumindest für mich eine unruhige Nacht, da das Camperleben mir viele Geräusche und Unterhaltungen zuträgt oder auch das Baby im Nachbarzelt schreit.

 

Darum bin ich häufig wach in der Nacht. Aber um halb sieben Uhr bin ich fit und der Tag kann beginnen. Der Himmel ist klar, die Sonne erreicht uns aber nicht, da wir im Schatten eines hohen Felsen stehen.

Mit Packen, Frühstücken etc. sind wir nach ca. 2 Stunden abfahrtbereit. Eine gute Zeit für uns „Anfänger“.

 

Bei Sonne und bestem Wetter geht es nach Mandal. Dort schauen wir uns ein wenig die weißen Holzhäuser in der Innenstadt an, kaufen Geld und ein paar Lebensmittel.

 

Dann geht es weiter über schönste Straßen nach Lindesnes, der südlichsten Spitze von Norwegen. Dort angekommen legt Claus beim Einparken sein Moped behutsam auf die Seite. Er war unentschlossen und hat leider beim Rangieren das Gewicht der Q mit Gepäck falsch eingeschätzt. Aber alles nicht weiter schlimm. Das Moped ist schnell aufgehoben und richtig hingestellt.

 

Nachdem wir unsere Sachen abgelegt haben, zeigt sich uns hier beim Lindesnes Fyr ein perfektes und überaus gut gestaltetes Informationszentrum mit Ausstellungen, Kaffee und allem, was diesen Punkt interessant macht. Sehr empfehlenswert dort hinzufahren. Ein bebildertes Informationsheft auf Deutsch erklärt viele interessante Zusammenhänge.

 

Die Sonne scheint und es ist angenehm warm. Wir genießen den Aufenthalt und machen viele Bilder.

Auf dem Festland sieht man dunkle Wolken am Himmel und Gewittergrollen mit Blitzen. Als wir aufbrechen von Lindesnes fahren wir auf die Wolken fast zu. Mit etwas Glück schrammen wir aber noch am Regen vorbei.

 

Auf halber Strecke vor Lyngdal ziehen wir dann doch das Regenzeug an. Und dann kommt es so sehr mit Macht, dass wir nach kürzester Zeit vollkommen durchnässt sind. Zumindest wieder die Handschuh, Kragen und Stiefel. Schön ist etwas anderes. Und auch schade, dass man die wunderschöne Landschaft so gar nicht genießen kann.

 

In Kvinesdal – wir sind nicht weit gekommen – hält Claus unter einem Vordach an. Wir schütteln uns wie nasse Hunde und beschließen hier nicht weiter über Flekkefjord zu fahren, um die Strecke etwas abzukürzen. Der Regen hält an bis kurz vor Sinnes. Und das sind bestimmt 100 km, die wir im allerheftigsten Regen unterwegs waren.

 

Hinter Sinnes  - hier tanken wir – kommen wir in eine Hochebene mit wunderbar kurviger Strecke und vielen Schneefeldern.

Es liegen wieder Gitter auf der Straße und die Schafe laufen frei herum. Das ist die eigentliche Zuwegung zum Ort und Fjord Lysebotn.

 

Wir fahren durch eine atemberaubende Landschaft und auf einer jetzt trockenen Straße, auf der wir Kurve um Kurve dahingleiten.

 

Es ist kalt und da wir noch so nass und klamm sind, kommt ein Anhalten nicht in Frage. Nachdem wir das Aussichtsrestaurant am Kjerag passiert haben, kommen 24 Kehren und ein 1,1 km langer Tunnel mit Kehre, um zum Fjord runter zu kommen.

 

Einfach wunderbar!! Wir fahren die Strecke ganz alleine. Keiner kommt von unten oder setzt sich vor uns. So erreichen wir Lysebotn und steuern den Zeltplatz an.

 

Claus gerät auf einmal unter Druck, da er meint, dass das Fußballspiel Deutschland - Algerien schon um 18 Uhr beginnt. Wir bauen also ganz rasch auf und beschließen, das Essen erst nach dem Spiel zu kochen.

Nach dem Duschen merkt Claus den Irrtum und stellt fest, dass das Spiel erst um 22 Uhr beginnt.

 

So können wir noch bei Sonnenschein im Trockenen grillen und das Essen kochen.

Der Platz ist ganz in Ordnung, wenn da nicht die Mücken wären. Sie nerven mich jetzt gerade sehr extrem. „Anti Brumm“ hilft dabei ganz gut. Aber so viele Mücken hatte ich vor zwei Jahren in Norwegen nicht ansatzweise.

 

Eine Attraktion erleben wir nach dem Essen. Andere Camper weisen uns plötzlich auf kleine Punkte am Himmel hin. "They are comming" schallt es über den Platz. Und tatsächlich gibt es Figuren wie Batman oder ähnlich, die vom Felsen springen und erst nach einiger Zeit den Gleitschirm aufspannen. Eine beeindruckende Show. Zumal zwei dieser Springer ganz salop bei uns auf dem Platz direkt vor ihrem Zelt landen. Als ob das so ganz einfach wäre.

 

Morgen geht es auf die erste geplante Wanderung zum Kjerag. Ich bin gespannt was kommt. Nur trocken wäre wunderbar, damit die wunderbare Landschaft zur Geltung kommt.