Kjerag, Felsen, Wanderung
Unsere Wanderung zum Kjerag

Tag 3 - 01.07.2014 - Lysebotn - Preikestolen - 132 km


Wieder werden wir um 6:30 Uhr wach. Und das, obwohl Claus noch bis spät in die Nacht das Fußballspiel zwischen Deutschland und Algerien gesehen hat. Seine Nacht war also wirklich sehr kurz.

 

Die Sonne scheint und läd geradezu ein, den Tag früh zu beginnen. Alles in allem brauchen wir wieder 2 Stunden, um unsere Sachen zu verpacken und wir erreichen den Ausgangspunkt der Wanderung um kurz nach 9 Uhr.

 

Wieder eine wunderbare Fahrt über die vielen Serpentinen, diesmal bergan, bis zum zuvor genannten Aussichtspunkt.

Ich stelle dabei fest, dass mir die Serpentinen bergab mehr Spaß machen als bergan.

 

Oben angekommen ziehen wir uns um und verzurren unsere Motorradsachen auf dem Moped. Die Helme werden mit einem langen Stahlseil mit Zahlenschloss am Moped angeschlossen.

Für Claus ein Muss, damit er sich auf der Wanderung keine Sorgen machen muss.

 

Die Wanderung zum Kjerag beginnt mit einem enormen Anstieg über den glatten Fels. (Bericht über die Wanderung als Grundlage unserer Vorbereitung). Wir müssen uns über/an Ketten den Berg/den Fels hochziehen. Eine extrem anstrengende und sportliche Angelegenheit. Ich bin erstaunt, wie gut ich durchhalte. Natürlich bin ich nach dem einen oder anderen Anstieg erschöpft und bleibe auf einem Stein sitzen. Aber in Summe geht es erstaunlich gut.

 

Der Weg zieht sich. Immer wieder enorme Anstiege. Eine faszinierende Landschaft, tolle Ausblicke, einfach umwerfend schön.

 

So erreichen wir nach ca. 2 ½ Stunden den Kjerag, nachdem wir am Ende des Weges noch einige Schneefelder überqueren mussten. Eine umwerfende Aussicht belohnt uns für die Anstrengung. Es geht steil bergab, nur die Mutigen und Schwindelfreien gehen direkt an die Kante.

 

Wir machen jetzt Pause mit Brot, Käse, Kaffee und Wasser. Es ist eine beeindruckende Kulisse und wir sehen ein paar Basejumper, die mutig mit entsprechendem Equipment in die Tiefe springen.

 

Kurz bevor wir wieder losgehen, möchte ich auf dem Stein fotografiert werden. Claus stellt sich in Position und wartet auf mein Erscheinen auf dem Stein. Ich gehe an den Stein heran (schon kein leichtes Unterfangen) und beim letzten Schritt auf den Stein traue ich mich nicht mehr. Kleinlaut drehe ich mich um und bin froh darüber, heil wieder auf festem Terrain anzukommen.

 

Zum Glück macht Claus kein Bohei darum, sondern ermutigt mich dazu, hier mein Unvermögen einzugestehen.

Jetzt treten wir den Rückmarsch an. Am Anfang über viel freies Feld, freie Felslandschaft. Die Abstiege, die wir im Hinweg nur über das Hochziehen an den Ketten möglich waren, machen mir Sorgen. Bei allen Aufstiegen jetzt merke ich, wie mich langsam die Kraft verlässt. Die Abstiege sorgen für schmerzende Knie und Füße. Abenteuerlich gestaltet sich der Weg. Wir beide kommen gut voran, doch die Anstrengung ist extrem spürbar.

 

Nach 2 Stunden und 15 Minuten erreichen wir völlig erschöpft die Mopeds. Zuerst gehen wir in das Ausflugslokal und trinken dort total ungesunde Cola und Fanta.

Dann haben wir uns etwas erholt und beschließen mit den Mopeds unser Tour zum Preikestolen zu fahren.

Also wieder umziehen (Dusche wäre mir jetzt lieber) und noch bei wunderbarem Sonnenschein fahren wir los auf der Straße Richtung Sinnes, die wir gestern schon so genossen haben.

Der Eindruck bestätigt sich wieder. Es ist schön und die Mopeds laufen wie verrückt durch die kurvige Strecke.

 

Nach Sinnes biegen wir ab in Richtung Sandnes. Mit dieser Richtung gelangen wir auf eine Straße in einem Tal, das fast schnurgerade uns immer weiter führt. Wir nähern uns damit mal wieder einigen Regenwolken.

Bevor es richtig anfängt zu regnen, halte ich an, um die Regensachen anzuziehen. Dann kommt der Regen kurz aber heftig. Zum Glück diesmal nicht lange. Und kurz vor Oevre können wir im Supermarkt einkaufen und uns die Regensachen wieder ausziehen.

 

Als nächste Etappe fahren wir auf die Fähre von Lauvvika nach Oanes, auf die wir nicht lange warten müssen. Danach geht es über nur noch 18 km bis zum Preikestolen Camping. (siehe auch Fazit: Adressen - Unterkunft)

 

Bei noch gutem Wetter bauen wir das Zelt auf und genießen endlich eine Dusche. Danach wird gekocht – Nudeln mit Mettsoße/Porree/Tomatenmark und Salat und dazu Rotwein aus Deutschland.

 

Nach dem Essen gesellt sich noch ein Frankfurter Radfahrer zu uns, der den Nordseeradweg in mehreren Etappen fährt. Sein Bericht ist ganz unterhaltsam, wobei ich vor dieser sportlichen Leistung (Radfahren in Norwegen) sowieso meine Hut ziehe.

 

Morgen wollen wir auf den Preikestolen. Die Mopeds bleiben den Tag stehen, da diese Wanderung noch etwas umfangreicher sein soll als die heutige.

Ich bin schon sehr gespannt auf den Weg, nach der heutigen Erfahrung.