Der Blick zum Preikestolen - der Kanzel
Der Blick zum Preikestolen - der Kanzel

Tag 4 - 02.07.2014 - Preikestolen Wanderung


Heute schlafen wir bis 7:30 Uhr. Ganz entspannt, nur den Radfahrer von gestern Abend hören wir in der Frühe.

 

Der Radfahrer aus Frankfurt folgt übrigens dem Nordseeradweg und ist in Rotterdamm auf diesen Kurs eingestiegen. Im letzten Jahr hat er die Distanz Rotterdamm bis fast Hirtshals (DK) mit Übernachtungen in Jugendherbergen absolviert. Dies Jahr vom Norden Dänemarks aus bis geplant Bergen ist er mit dem Zelt unterwegs.

Tagesetappen von ca. 130 km. Durchtrainiert und perfekt ausgerüstet. An diesem Morgen wollte er das Zelt stehen lassen und mit dem Rad zum Ausgangspunkt der Wanderung radeln.

 

Wir haben ihn nochmal getroffen, als wir auf dem Weg zum Preikestolen unterwegs sind. Er hat um kurz nach 6 Uhr die Wanderung begonnen und je Weg in ca. 1:20 h geschafft. So konnte er die Kanzel in aller Frühe ohne weitere Menschen genießen.

 

Aber zurück zu uns. Wir frühstücken also in aller Ruhe an diesem Morgen – heute mit Ei – und nehmen den normalen Linienbus, der uns in 10 Minuten zum Ausgangspunkt der Wanderung bringt. (Bericht über die Wanderung als Grundlage für unsere Vorbereitung).

 

Um kurz von 10 Uhr starten wir unseren Weg mit Massen an Menschen. Eine Reisegruppe von Asiaten – perfekt ausgerüstet – beginnt mit uns den Weg, der spontan einen heftigen Anstieg über einen Schotterweg aufweist.

Dann kommen Stufen aus Steinen, wobei die Setzhöhe natürlichen Ursprungs ist und mindestens 30 – 40 cm beträgt. Es ist super anstrengend und wir müssen von Zeit zu Zeit verschnaufen.

Wir laufen und klettern durch ganz viel Wald. Das Wetter ist sonnig, aber nicht heiß.

Mal müssen wir eine Geröllrinnen hochklettern, mal laufen wir in der Ebene durch Moor. Mal über Steinplatten an Seen vorbei. Im wesentlichen geht es aber immer fett nach oben.

 

Auf der Kanzel angekommen sind die Menschenmassen schon da. Es erwartet uns ein sensationeller Ausblick und ein tolles Gefühl, auch wieder diesen Weg geschafft zu haben. Wir picknicken, ruhen uns aus und machen Fotos. Faszinierend, was die Natur so an Sehenswürdigkeiten hervorgebracht hat.

Und ebenso faszinierend, das so viele Menschen sich auf den beschwerlichen Weg machen, um es sich anzusehen. Auch ganz viele junge Menschen sind unterwegs.

 

Etwas nervös machen uns die ganz Mutigen, die mit viel Radau direkt an die Kante gehen, sich dort setzen, hinlegen oder andere Kunstücke veranstalten.

 

Nach der verdienten Pause und den verdienten Fotos machen wir uns auf den Rückweg. Jetzt mehr bergab, aber enorm anstrendend für Knie und Füße. Auf ca. der halben Strecke begegnen wir einem deutschen Ehepaar, die am Morgen mit uns zusammen schon im Bus saßen. Irgendwie laufen wir jetzt gemeinsam und unterhalten uns angeregt dabei. Das Ehepaar ist mit einem kleinen Wohnmobil unterwegs und kommt aus Jaderberg, bei uns fast um die Ecke.

 

So bewältigen wir gemeinsam den beschwerlichen Abstieg und nehmen am Startpunkt den Bus zurück zum Zeltplatz. Wir erreichen den Platz so gegen 15 Uhr und gehen als erstes unter die Dusche.

Ein Hochgenuss. Danach kann ich die Wäsche hier waschen und trockenen. Auch dies ist wunderbar und verschafft uns wieder einen Schwung saubere Sachen.

 

Während des Waschens und Trocknens lege ich mich auf die Isomatte ins Gras und schlafe eine kurze Zeit.

Die Anstrengung der beiden Wanderungen steckt mir deutlich in den Knochen.

 

Da wir nur für den gestrigen Abend Essen eingekauft haben, muss es heute notwendiger Weise zum Essen in Rezeptionsrestaurant gehen. Das Essen ist einfach und überteuert. 450 Kronen = 48 € für zwei einfache Gerichte mit jeweils einem Bier. Das werden wir wohl nicht wiederholen.