Tag 7 - 05.07.2014 - Førde - Briksdalsbre - 363 km


Direkt beim Einschlafversuch am gestrigen Abend parkt neben uns ein Wohnmobil ein und baut auf.

Es ist nach 22 Uhr und die Ankömmlinge machen ein lautstarkes Theater, so dass ich vor Wut schäume. Rache, denke ich. Morgen früh werde ich Euch stören.

 

So hüpfe ich um kurz nach 6 Uhr aus dem Schlafsack, um den Tag zu beginnen. Nach dem Duschen wecke ich Claus, der brav ebenfalls aufsteht. Ich packe und richte das Frühstück. Als wir am Frühstückstisch unser Müsli essen staunt Claus, dass ich immer so schnell bin beim Packen. Er hatte meinen Vorsprung mit der Dusche nicht realisiert.

Wir lachen darüber. So können wir um kurz nach 8 Uhr gepackt auf den Mopeds losfahren.

 

Nach ca. 1 Stunde Fahrzeit und geschafften 60 km tanken wir.

Die Tankstelle ist noch verschlossen, aber wir können mit der Karte bezahlen.

Eine alte Dame kommt gelaufen und will an der Tankstelle einkaufen. Sie scheint etwas verwirrt zu sein und bleibt unschlüssig zurück.

Zwei weiter ältere Herren cruisen auf fahrbaren und überdachten Rollstühlen (Kabinen) an uns vorbei. Ein putziges Bild.

 

Wir tanken und es fängt wieder an zu regnen. Also Regensachen anziehen. Hilft auch gegen das etwas klamme Gefühl. Es ist noch frisch heute Morgen.

Ich habe übrigens gestern bei einer Regenpause meinen Nierengurt in dem Toilettenhäuschen zurück gelassen. Das gute Stück, das mich jetzt zig tausende Kilometer begleitet hat ist weg. Ich vermisse das Teil und nehme aber Claus Angebot, seinen Nierengurt zu tragen, nicht an. Selber schuld. Jetzt muss ich auch die Konsequenz tragen.

 

Wir fahren weiter im Regen. Hinter Svelgen kommt der Tunnel, auf den ich gehofft habe und der uns mindestens 60 km Fahrt erspart.

Navigon kannte den Tunnel nicht, so entstand bei mir etwas Irritationen, da ich zu Hause diese Route mit Tunnel planen konnte.

 

Die Landschaft ist ganz wunderbar und recht dünn besiedelt. Wir erreichen den Fährhafen Oldeide – Måløy und kurz danach kommt schon die Fähre.

 

Auf der Fähre stellen wir uns unter und genießen die Fahrt mit Blick über den Nordfjord. Von Måløy fahren wir über die E15 und später die 610 zum Vestkapp.

Es regnet oder nieselt die ganze Zeit. Zwischendurch überlege ich immer wieder, diese Exkursion zum Vestkapp abzubrechen, da man bei Regen auf dem Vestkapp auch nichts sieht.

 

Aber wir haben Glück und kurz vor Erreichen des Vestkapps hört es auf zu regnen und der Blick vom Vestkapp ist ganz vernünftig.

Nach einem Rundgang, bei dem wir feststellen, dass das ehemalige Kaffee oder Kiosk abgerissen wird, machen wir unser Brot + Käse Picknick und fahren die Strecke wieder zurück.

 

Ich halte bei dem Café/Restaurant, bei dem ich vor zwei Jahren mein Motorrad beim Verlassen des Schotterparkplatzes hingeschmissen habe. Dies Trauma muss bearbeitet werden :-) und diesmal mache ich es besser. Wir trinken Kaffee und essen etwas, bevor es weiter geht in Richtung Stryn.

Vorher können wir noch die Regensachen ausziehen, das es jetzt trocken bleibt.

 

Die Strecke nach Stryn, ca. 90 km, machen wir in einem Stück. Was am Ende für einen verspannten Nacken und angestrengten Hosenboden sorgt. Es ist ein starker Wind aufgekommen, der uns auch beim Fahren hin- und herwirft.

 

In Stryn kaufen wir ein und legen die Reststrecke bis zum Brigsdalsbre zurück.

 

Vor Olden liegt ein großes Kreuzfahrtschiff. Ein gigantischer Anblick. So ein großes Schiff in/vor dem kleinen Ort. Die Passagiere werden wohl von hier aus zu den Geltschern gefahren.

 

Wir erreichen den Campingplatz so gegen 17 Uhr und bauen das Zelt auf. (Siehe auch Fazit: Adressen - Unterkunft). Danach machen wir uns sofort auf die Wanderung zum Gletscher.

 

Claus ist begeistert und auch ich freue mich wieder über dies Naturerlebnis.

 

Zurück geht es erst einmal unter die Dusche und dann wird Lachs gegrillt, mit Kartoffeln und Porree-Möhren Gemüse in Sahnesoße. Mhhhhmmmm Lecker!

 

Leider fängt es just an zu regnen, als das Essen auf dem Tisch steht und wir müssen den Rest des Abends im Zelt verbringen.