Geiranger Fjord
Am Geiranger beim strömenden Regen

Tag 8 - 06.07.2014 - Briksdalsbre - Åndalsnes - 226 km


Ausschlafen bis viertel vor 8 Uhr. Ich habe gut bei dem Lärm des Wasserfalls neben dem Zeltplatz geschlafen.

Es regnete die ganze Nacht durch mit viel Wind und zum Teil prasselndem Regen. Da grübelt man schon in der Nacht, wie der Tag wohl werden wird.

 

Mit dem Aufwachen und dem Aufstehen wir es trocken. Nur die wirklich bedrohlichen Wolken sitzen beeindruckend tief am Himmel.

Heute gibt es Müsli, 2 Eier für jeden von uns und Brot als Sonntagsfrühstück.

 

Dann wird gepackt. Als letztes will ich das Regenzeug überziehen. Es ist aber so warm, dass ich erst einmal die lange Unterhose ausziehe. Dann geht es so gegen 9:30 Uhr los.

 

Wir erreichen Stryn – es ist trocken – und betanken die Mopeds. Danach geht es weiter in Richtung Grotli. Falls der Pass offen ist, will ich den Tunnel, den ich noch in einer schlechten Erinnerung von vor 2 Jahren habe, umfahren und über die 255 nach Grotli fahren.

Eine Strecke, die mir vor zwei Jahren verwehrt blieb, da der Pass voller Schnee war.

 

Auf dem Weg von Stryn zur Passstraße fängt es wieder an zu regnen.

Der Pass ist offen und wir biegen vor dem Tunnel in die kleine Passstraße ein.

Die Straße windet sich in kleinen Kehren ganz nach oben, vorbei an wunderbaren Wasserfällen. Wenn das Wetter besser wäre, würde ich auch gerne anhalten und Fotos machen. Aber bei dem Regen macht das kein Spaß.

 

Oben angekommen zeigt sich ein großer Parkplatz. Wir sprechen kurz miteinander und beschließen ob der Wetterlage weiter nach Grotli zu fahren, um dort Rast mit einem Kaffee zu machen.

Und plötzlich hört die Asphaltstraße auf und der Schotter/Sandweg beginnt. Und aufgrund der Nässe verhält sich der Untergrund wie Schmierseife. Vorder- und Hinterrad führen ein Eigenleben und ich balanciere buchstäblich bei möglichst konstanter Geschwindigkeit im Schneckentempo über die Piste.

 

Locker bleiben heißt die Devise. Und die Kilometer nehmen kein Ende. Ich habe kaum Möglichkeit die Landschaft zu genießen, so konzentriert bin ich, bemüht die Q nicht wegzuschmeißen. Wie auf Glatteis oder Schmierseife bewegen wir uns in Richtung Grotli. Ich bete zu Gott, dass doch bald Asphalt kommen möge. Autos, Wohnmobile, Autos mit Wohnwagen kommen uns entgegen. Es ist jedesmal eine Kunst, gut daran vorbeizukommen.

 

Und dann ist es endlich geschafft. Kurz vor Grotli, nach gut 20 Kilometern auf der Schmierseife, erreichen wir wieder die Asphaltstraße. Ich atme tief durch.

 

Sofort erreichen wir auch das Hotel/Restaurant in Grotli, vor dem ich vor zwei Jahren mit Gerd gesessen habe, weil es noch geschlossen hatte. Diesmal hat es geöffnet und wir genießen in der warmen Stube einen Kaffee. Eine Ducati- Bikergruppe aus Schweden ist schon da, und als wir wieder rauskommen, begegnen wir einem finnischen Paar, die auch auf dem Pass unterwegs waren und dort – wie auch immer – ihr Topcase verloren haben. Es ist einfach abgebrochen und wurde von einem Pkw-Besitzer zum Hotel gebracht.

 

Nach dieser Rast geht es weiter zum Geiranger. Auf dem Weg hinunter zum Geirangerfjord und wieder herauf werden die Aussichtspunkte angefahren.

 

Es ist immer nicht einfach das Moped so abzustellen, dass es in Fahrrichtung einfach wieder gut in den Verkehr zu bringen ist. Bei dem ersten Stopp am Geiranger auf dem Weg hinunter habe ich große Mühe damit.

Es regnet beständig weiter. Daher haben wir auch den Ausflug zum Dalsnibba ausfallen lassen.

Wir sind beide davon ausgegangen, dass wir keine Sicht bei dem Regen haben. Auch die Stopps machen nicht wirklich Spaß. Aber natürlich freut sich Claus an der beeindruckenden Landschaft, soweit man sie betrachten kann. Mehrere Kreuzfahrtschiffe sind im Fjord zu sehen oder kommen gerade rein.

 

Wir verlassen Geiranger und fahren zur Fähre.

Auch hier wieder kaum Wartezeit. Drüben angekommen setzen wir die Fahrt zu den Trollstigen fort.

An den Erdbeerfeldern vorbei. Kurzfristig hört es auf zu regnen.

An den Wasserfällen "Gudbrandsjuvet" machen wir kurz Rast und schauen uns die Fälle und die Stege an, die darüber gebaut wurden.

Leider setzt der Regen danach wieder ein. Bei den Trollstigen wollen wir oben Rast machen. Der Regen nimmt zu und der Aussichtspunkt der Trollstigen liegt vollends im Nebel/Regen.

 

Viele Menschen sind da und keiner kann was sehen. Wir stellen uns trotzdem auf den Parkplatz und essen unter einer kleinen Überdachung (Personalausgang der Restaurantküche) unser Brot mit Käse.

Eine Gruppe junger Dänen hält mit ihren Mopeds nahe bei uns.  Sie bestaunen unsere Mopeds und unser voluminöses Gepäck .-) .

Wir unterhalten uns kurz mit ihnen. Nette junge Mopedfahrer.

 

Das Warten lohnt nicht. Regen und Nebel weichen nicht. Also machen wir uns auf die Abfahrt der Trollstigen im Nebel und Regen.

Es ist viel Verkehr auf der Strecke und alles geht im Schneckentempo nach unten.

 

In Åndalsnes angekommen kaufen wir im Supermarkt ein. Danach fahren wir zum Campingplatz, den ich schon von vor 2 Jahren kenne. (Siehe auch Fazit: Adressen - Unterkunft).

Zum Aufbau des Zeltes hört es doch tatsächlich auf zu regnen.

 

Und auch jetzt zur Zubereitung unseres Abendessens ist es trocken draußen, so dass wir eine Tisch/Bankkombination nutzen können.

 

Positiv gedacht war es heute der Härtetest auf der Strecke für Schottland/Irland bei Regen. Mal sehen, was die nächsten Tage so bringen.

 

Verzichtet haben wir aber bei diesem schaurigen Wetter auf die eigentlich geplante Weiterfahrt nach Kristiansund. Diesen Bereich, mit den wunderschonen Brücken, und auch Geiranger, Dalsnibba und Trollstigen müssen wir einfach noch einmal wiederholen.

 

Vielleicht in 2 oder 3 Jahren.