Ein buntes Schild mit einem Willkommensgruß in Gryllefjord
Warten auf die Fähre in Gryllefjord

tag 21 - 06.08.2017 - Skatvik - Gullesfjordbotn - 185 km


Sonne, dann Nebel, dann Regen und am Ende wieder trocken

Was für ein Morgen. Die Sonne lacht vom wolkenlosen Himmel. 

Aus nicht ganz nachzuvollziehenden Gründen bin ich um 6:00 Uhr wach und munter. Die Aussicht auf eine Dusche und das schöne Wetter lassen mich auch sofort aufstehen. Auch Claus merkt diese Signale und ist, als ich von der ausgiebigen Dusche zurückkomme, putzmunter und dabei das Frühstück zu machen. Wir frühstücken ganz in Ruhe und genießen den Tagesbeginn. 

 

Dann sitzen wir auch schon um 8:30 Uhr auf den Motorrädern und rollen in Richtung Gryllefjord . Über längere Strecken geht es erst einmal über festgefahrene Schotterstraßen.

Dritter Gang, ruhiges Cruisen bei 50 km/h und immer schauen, dass man den schlimmsten Schlaglöchern ausweicht. 

 

Landschaftlich ist die gesamte Strecke auf der Insel Senja aber ein Erlebnis. Und dies dann noch bei diesem Sahne-Wetter.

Je näher wir aber Gryllefjord kommen, umso dichter wird der Himmel.

Die Sonne ist dann auf einmal weg und die Wolken hängen tief. Das Thermometer fällt sofort von 18° auf 14°. Es ist plötzlich so frisch, dass ich mir sofort bei der Ankunft am Fähranleger einen Pulli und eine lange Unterhose/Leggings unterziehe. 

 

Wir sind natürlich anderthalb Stunden vor Fährabfahrt da. Aber es stehen auch schon viele Wohnmobile, Autos und ein Moped dort. Wir kommen schnell mit einem Ehepaar ins Gespräch, die aus dem Nordfriesischen kommen. Sie sind mit der Hurtigrute bis Kirkenes hochgefahren, und jetzt fahren Sie die ganze Küste mit dem Auto wieder runter. Nette Leute und viele gemeinsame Themen. 

 

Dann kommt das Schiff und alle Fahrzeuge werden eng an eng verstaut. Die Überfahrt dauert 1 Stunde und 40 Minuten. Die See ist spiegelglatt. Es ist sehr diesig am Anfang und später wird es vollkommen neblig. Wir stehen noch eine Weile draußen auf dem Deck in der Hoffnung, vielleicht hier schon Wale sichten zu können. Aber je nebeliger es wird, desto unwahrscheinlicher ist eine Sichtung. Und so gehen wir in die Wärme. 

 

Als die Fähre in Andenes ankommt ist der Nebel so stark, dass an eine Walsafari mit einem Boot nicht zu denken ist. Wir fahren zum Gebäude des Veranstalters und finden dort unzählige Menschen vor, die von diesem Wetter und des „nicht Stattfindens“ der Walsafari wie wir betroffen sind.

Für uns ist aber noch Zeit, so dass wir erst einmal den lang ersehnten Kaffee plus Kuchen zu uns nehmen. 

Wir machen dann eine kurze Runde zu Fuß durch Andenes und ich zeige Claus den Ort, an dem ich vor fünf Jahren mit Gerd übernachtet habe. 

 

Zurück an der Walstation begegnen wir einem ehemaligen Arbeitskollegen von Claus mit seiner Partnerin, die ebenfalls bei Mercedes arbeitet. Sie kommen aus Osterholz-Scharmbeck. Das ist doch ein Witz, dass wir hier in Andenes Leute aus unserer Heimat treffen. Wir haben viel zu erzählen und so vergeht die Zeit des Wartens schnell. 

 

In dem Walzentrum herrscht großes Durcheinander. So viele Menschen warten auf Informationen und die Abfahrt eines Schiffes. Wir werden vertröstet. 

Dann aber können wir wenigstens die Führung im Museum machen. 

 

Kurz davor hat es angefangen heftig zu regnen, und ich kann gerade noch unsere Handschuhe, Handtücher und Helme retten. 

Nach der Führung hat der Regen etwas nachgelassen.

Aber die/unsere Fahrt mit dem Schiff wird doch noch weit nach hinten geschoben und an eine Abfahrt ist frühestens um 16:30 Uhr zu denken. Nach allem hin und her erscheint uns das zu vage und zu spät. Wir lassen uns das Geld für die Walsafari zurücküberweisen und verzichten enttäuscht auf diese Attraktion.

 

In Regenzeug gekleidet fahren wir von Andenes nach Gullesfjordbotn. Diese Strecke war von Anfang an so geplant und eine Hütte ist auf dem Campingplatz vorgebucht. Der Regen hört dann irgendwann auf und teilweise kommt sogar die Sonne heraus. 

 

Wir fahren die 130 km in einem Rutsch, was schon mühsam ist und erreichen den Platz so gegen 19:00 Uhr.

 

Ein anstrengender Tag, an dem eigentlich nicht viel passiert ist und der dennoch durch das Hin und Her viel Kraft gekostet hat.