Gebäude einer Glasbläserei auf den Lofoten, ein Exponat der Glasbläserei, Ansicht der Stadt Rheine , Blick auf den Fähranleger in Moskenes
Auf den Lofoten

tag 22 - 07.08.2017 - Gullesfjordbotn - Bodø - 214 km


Bedeckt, kühl, etwas Regen

Um kurz vor 7:00 Uhr habe ich ausgeschlafen und beginne den Tag. Es ist grau in grau und die Wolken hängen sehr tief. Nach der normalen Routine, bei der wir uns viel Zeit lassen, sind wir doch um 8:40 Uhr auf den Motorrädern. 

 

Wir fahren langsam die geplante Strecke ab. Alle Bergspitzen verstecken sich in den Wolken. Wir haben von vornerein das Regenzeug angezogen, was sich auch über den Tag hin bewähren wird. 

 

Für die 208 km bis zur Fähre haben wir Zeit bis 14:45 Uhr. Das ist die Abfahrtszeit der Fähre. So cruisen wir ruhig dahin.

 

Natürlich kann man bei dem vorhandenen Wetter die Schönheit der Landschaft nur erahnen.

In Svolvær tanken wir und fahren dann ins Zentrum und trinken einen Kaffee und essen ein Stück Kuchen. Jetzt fängt es an zu nieseln. 

 

Wir setzen die Fahrt ruhig fort und haben auf der Hälfte der Strecke noch mal einen Hinweis auf einen Café. Vier Kilometer nach rechts abseits auf einer Seitenstraße. So kommen wir zu einer Glasbläserei mit angeschlossenem Café. Sehr schöne Gebäude und eine wirklich künstlerische und geschmackvolle Glasarbeit gibt es dort zu sehen. Auch hier genießen wir Kaffee und Kuchen. 

 

Weiter geht es. Zeit haben wir genug. Und so halte ich in Reine noch dreimal an, um Bilder zu machen. Als wir dann in Moskenes ankommen, ist die Anlegestelle schon sehr voll.

Eine junge Angestellte der Fährgesellschaft will uns in die letzte Reihe schicken, da wir nicht reserviert haben. Wir versuchen noch uns weiter nach vorne zu bringen, aber die junge Frau kennt kein Erbarmen. Und so schwinden unsere Aussichten noch auf diese Fähre um 14:45 Uhr zu kommen. 

 

Absolut stur werden hier die Reihen der wartenden Autos, Wohnmobile, und Motorräder abgearbeitet. Wir kommen nicht mit. Die junge Frau und ein weiterer Mann, die das Stauen auf der Fähre überwachen, haben kein Erbarmen. Ich verwünsche diese Beiden von ganzem Herzen. Mögen Sie noch heute die Pest an den Hals bekommen. 

 

Und mit diesem Frust sitzen wir jetzt am kalten Fähranleger und müssen auf die Fähre um 20:30 Uhr warten. Claus fährt zum nächsten Ort zurück, um etwas zu essen einzukaufen. So picknicken wir am Fähranleger. Es wird kalt, wir kochen uns einen Kaffee, die Situation kommt mir so bekannt vor! Es ist wie vor fünf Jahren. Zumindest ähnlich. Meine Verwünschungen für die Stauer nehmen kein Ende. 

 

Und dann ist es doch möglich, die Zeit bis zur Ankunft des Schiffes am Abend zu überbrücken. Zwei französische Motorradfahrer (Vater und Sohn) kommen noch dazu. Deshalb gibt es noch einen netten Austausch auf Englisch, soweit es geht. Die Fähre ist pünktlich und die Ladung diesmal übersichtlich. Wir werden als erste auf das Schiff geladen und wir haben verabredet, dass Claus die Mopeds verzurrt und ich Plätze oben reservieren. Das klappt auch wunderbar. 

 

Wir essen etwas an Bord, unsere erste warme Mahlzeit seit Samstag, und versuchen dann zu schlafen. 

 

Und plötzlich durchfährt es mich: habe ich den Schalter für die Benzinpumpe ausgeschaltet? Ich bin hellwach! Hat Claus das nochmals kontrolliert? Ich lasse Claus circa 1 Stunde schlafen. Dann wacht er auf und ich frage ihn sofort, ob er es noch mal kontrolliert hat. Er ist wie ich elektrisiert und verneint die Kontrolle. Daraufhin bitte ich das Personal, mich zum Moped zu lassen. Nichts wäre schlimmer als eine entladene Batterie. Aber am Moped ist alles so wie es sein soll! Ich habe den Schalter mit dem Abstellen des Mopeds ausgeschaltet. Beginnt hier Alzheimer? Ich hätte es nicht sagen können. 

 

Genauso fehlt mir mein Ladekabel für das iPhone. Es ist nicht da wo es sein muss! 

 

So what. Am Ende fällt mir ein, dass ich das Ladekabel in die Regenhose gesteckt habe. 

 

Dann landen wir in Bodø und fahren zum Campingplatz direkt in Bodø. Die Rezeption ist noch so spät besetzt und wir fahren nach dem schnellen Auspacken todmüde in das Stockbett.