Eine Landstraße mit Schafen - auf einem Fährschiff - Preikestolen von unten - die weißen Häuser von Stavanger
Impressionen des Tages

tag 29 - 14.08.2017 - Valle - Ræge - 160 km


Sonne, Wolken, frisch und am Abend Regen

Meine Zeit ist kurz vor 7:00 Uhr. Wie programmiert wache ich zu dieser Zeit auf. Der Himmel ist bedeckt, aber es ist trocken. Nach allen routinierten Abläufen sitzen wir um 8:30 Uhr auf den Motorrädern. 

 

Mittlerweile ist die Sonne über den Berg gekommen.

Wir starten die Tour auf der Fv 337, 987, 986 und 500 zum Lysebotn.

Die Route führt uns wieder auf eine Höhe von über 1000 m.

Wir passieren ein Skigebiet. Die Landschaft ist wie überall wunderschön. 

 

Mehrfach halten wir an, um Bilder zu machen und um uns aufzuwärmen. 7° ist die kälteste Temperatur, die wir messen. Ich denke circa 12° ist der Durchschnitt. 

 

Aber mit der trockenen Strecke und der Sonne, die überwiegend auf uns scheint, ist der Fahrspaß garantiert und die Laune richtig gut. 

 

Am Restaurant Øygardstølen am Ausgangspunkt zur Wanderung zum Kjeragboltn halten wir kurz an. Der junge Dresdener, den wir dort wieder treffen, hat Probleme mit seinem Moped und wird gerade von einem Schweizer Motorradfahrer angeschoben. Die Übung gelingt und das Moped läuft wieder. Hoffentlich hält es durch bis Kristiansand. Dort will der junge Mann heute noch hin. 

 

Wir starten zur Abfahrt runter zum Lysebotn. 27 Kehren, davon eine im Berg/Tunnel sind wieder beeindruckend gut zu fahren. Unten angekommen stellen wir uns in die Schlange zur Fähre. Jetzt gehen wir uns erst einmal einen Kaffee kaufen. Kuchen gibt es leider nicht. Danach warten wir mit den anderen Wartenden und kommen mit einer netten Bozener Familie ins Gespräch. 

 

Als die Fähre eintrifft, werden wir zusammen mit zwei weiteren Motorradfahren zuerst auf das Schiff geholt. Dann suchen wir uns einen Platz auf dem oberen Deck. Ich bin bewaffnet mit meiner Kamera und entdecke auf der Fährfahrt von fast 3 Stunden diverse schöne Motive. 

 

Die Fährfahrt ist gleichzeitig eine Sightseeing Tour mit vielen Erläuterungen und Schlenkern, die der Kapitän fährt, um an allen interessanten Punkten vorbei zu kommen. Echt genial und wirklich zu empfehlen! 

 

Während der Tour wird es immer wärmer, je näher wir der Küste kommen. Nach diesen fast 3 Stunden landen wir in Lauvvika und fahren Richtung Stavanger.

 

Über kleine Landstraßen werden wir vom Navi ins Zentrum der Stadt geführt. Mitten im historischen Stadtkern mit den berühmten weißen Holzhäusern, vergleichbar mit dem bremischen Schnoor, lebt ein Logenbruder von Claus. Dieser Bereich ist sehr, sehr eng, wunderschöne Kopfsteinpflasterstraßen, für Autos und Motorräder gesperrt, und wir sind nun auf einmal mittendrin. 

Die Touristen schütteln den Kopf, wenn sie beiseitetreten, um uns durchzulassen. Meine Intention ist sofort, hier muss ich raus! Aber wir stellen die Motorräder mitten in solch einer Straße an den Rand und Claus erkundet erst einmal, wo der Logenbruder lebt. 

 

Nachdem er mit einer positiven Nachricht zurückkommt, bitte ich darum, den Bereich erst einmal zu verlassen, um dann zu Fuß zurück zu kommen. Claus fährt vorweg und versucht aus dem Viertel heraus zu kommen. Fast landen wir an einer abschüssigen Straße, oder eher Sträßlein vor einer Treppe. Wow, das hätte mir noch gefehlt. Hier wäre für mich Endstation gewesen. Es kostet mich viel Kraft und Nerven die Maschine auf dem groben Kopfsteinpflaster wieder auf ein anderes Sträßlein zu bekommen, welche uns aus diesem historischen Viertel herausführt. Aber dann ist es gelungen und wir parken unterhalb des Viertels auf einem Parkplatz. 

 

Der Weg zu dem Logenbruder ist ganz kurz. Er ist zu Hause und freut sich sehr. uns zu begrüßen. Wir werden auf einen Kaffee eingeladen und bleiben ca. eine Stunde bei ihm und seiner Frau. Der Kontakt ist super freundlich und schön. 

 

Dann verabschieden wir uns und gehen zurück zu den Motorrädern. Und siehe da, wir haben Tickets über 600 Kronen je Bike für das „falsch Parken“ am Außenspiegel hängen. 

 

Nochmal wow!! Ich bin vollkommen verärgert über soviel „Freundlichkeit“ uns unwissenden Bikern gegenüber. Dazu kommt Claus Kommentar, dass wir, wenn es nach ihm gegangen wäre, im historischen Viertel einfach stehen geblieben wären. Das baut auf. Ungemein!!

Mit diesem Disput und Groll verlassen wir das wirklich sehenswerte Stavanger. 

Ein Ort, der eigentlich mehr Zeit und Besichtigung verdient hätte.

 

So nehmen wir die letzte Etappe für heute. Wir tanken noch und kaufen ein. Und am Ende beziehen wir eine Hütte im NAF Camping Ølberg

 

Wir kochen und finden wieder ins Gespräch. Für morgen ist viel Regen ab Mittag angesagt. Die Planung wird also geändert, so dass wir früh aufstehen (vor 7:00 Uhr) und in einem Rutsch über kurze Wege nach Mandal verholen. Ich werde berichten.