Schiff, Walflosse, Brücken
Walsafari und Brücken auf den Vesteralen und Lofoten

Tag 16 - 12.06.2012 - Andenes - Lofoten (815) - 240 km


Ausschlafen, lange duschen und ruhig frühstücken. Wir müssen erst um 8.45 Uhr an der Walsafari-Station sein.

 

Vorher packen wir alle Sachen. Wir beschließen, die Mopeds voll bepackt bei der Hütte stehen zu lassen.

 

Natürlich sind wir eine halbe Stunde zu früh an der Station.

 

Ich nutze die Zeit, um mit einem BMW-Händler in Trondheim zu telefonieren. Mein Moped braucht einen neuen Hinterreifen. Und wenn Gerd die Kette bekommt, kann ich ja neue Reifen aufziehen lassen. Schnell ist alles mit der Werkstatt geklärt. Sie haben Reifen da und können sie am Freitag aufziehen.

 

Wir bezahlen den Restbetrag für die Walsafari und bekommen zuerst eine Führung auf Deutsch im Polarmuseum.

Nette, junge, engagierte Mitarbeiter (Studenten aus aller Herren Länder) führen uns durch das Museum. Wir erfahren viel über Wale, insbesondere über Pottwale.

 

Um 11 Uhr geht es auf das Schiff. Dazu müssen wir zum Anleger laufen, der ca. 15 Minuten entfernt liegt. Wir legen mit dem Schiff ab und fahren in die Richtung eines Unterwassercanyon, in dem sich die Wale häufig aufhalten sollten.

 

Nach ca. 1 Stunde Fahrt wird der Motor ausgestellt. Jetzt wird mit Unterwassermikrofonen nach den Tieren gesucht. Ein kurzer Richtungswechsel und weiter geht die Fahrt.

 

Leider lassen sich die Wale nicht blicken. So fahren wir viel weiter raus als geplant. Es ist sehr, sehr kalt und windig. Der Seegang ist dabei beträchtlich.

Vielen Mitreisenden wird schlecht, Spucktüten und wärmende Overalls werden verteilt. Einige sind vollkommen apathisch.

 

Nach ca. 3 bis 3 ½ Stunden wird der erste Wal gesichtet. Wir können ihn beobachten und fotografieren. Die Walforscher behaupten, dass für das Fernbleiben der Wale in Küstennähe vermutlich Grindwale verantwortlich sind, die die Pottwale angreifen und ärgern.

Dann ziehen diese sich aus der Küstennähe zurück.

 

Nach der ersten Walbeobachtung treten wir den Rückweg an. Auf dem Rückweg wird noch ein Wal gesichtet. Zuletzt sehen wir noch einen Schweinswal.

 

Die ganze Fahrt dauerte 7 Stunden statt der normal angesetzten Zeit von 3 bis 4 Stunden.

Wir sind extrem durchgefroren.

 

Auf dem Schiff haben wir mit einem motorradfahrenden Dänen gesprochen, sowie einem Urlauber aus Paderborn, der als erster am Bug stand, um die beste Fotoposition zu haben. Dazu haben wir noch ein Ehepaar von Anfang 80 kennengelernt, die auch heute noch sehr ungewöhnliche Reisen (Israel, China, Hippitrail) mit dem Auto unternehmen.

Beeindruckende Menschen, denen man ihre Unternehmungslust nicht unbedingt ansieht oder zutraut.

 

Nach der Rückkehr auf Land gehen wir zu den Mopeds. Wie immer dick (mit Regenzeug) eingemummelt. Wir beschließen heute noch bis Moskenes zu fahren, um am nächsten Morgen die Fähre zu erreichen.

 

Um 19 Uhr starten wir und treffen mit kurzen Pausen um 2 Uhr nachts in Moskenes ein. Es ist eine wunderschöne Fahrt durch die Nacht, die hier keine ist.

 

Es bleibt durchgehend hell. Die Landschaft der Lofoten ist wunderschön. Herrlich grün, geordnete Dörfer, ordentlich, farbenprächtig, teilweise bizarr, als ob man durch die Landschaft vom Herr der Ringe fährt. Am Ende kurz vor Moskenes werden die Straßen immer schmaler und immer schöner.

 

Es gibt wunderschöne Brücken auf der Strecke, die alleine schon ein Hingucker sind. Um Mitternacht haben wir die Sonne fotografiert – auch das ein tolles Erlebnis.