Geiranger, Norwegen
Panorama am Geiranger

Tag 20 - 16.06.2012 - Åndalsnes - Briksdalsbre - 228 km


6 Uhr ist meine Zeit. Es ist trocken. Ich habe mit wärmeren Sachen gut geschlafen.

 

Um 8 Uhr sitzen wir auf den Mopeds. Erst geht es zum Tanken und dann zu den Trollstigen, die nur 15 km entfernt sind.

 

Gerd´s Navi spielt nicht so richtig mit, aber anhand der Ausschilderung ist das heute kein Problem.

 

Wir halten mehrmals an, um Fotos zu machen. 11 Kehren bergan in atemberaubender Hanglage mit einem grandiosen Wasserfall geschmückt.

 

Oben angekommen wollen wir auf den dort vorhandenen Parkplatz fahren. Am Eingang steht ein Wärter und weist Gerd ab. No parking here! Über diese Abweisung ärgere ich mich natürlich. Ich fahre doch nicht hier hoch, ohne Fotos gemacht zu haben.

 

Ein Stück weiter ist ein zweiter Eingang zum Parkplatz. Nach zäher Verhandlung mit dem dort stehenden Wärter können wir die Mopeds doch auf dem Parkplatz abstellen.

 

Nichts ist los auf dem Parkplatz. Wir gehen zu den Aussichtspunkten und machen eine Reihe von Fotos. Wie häufig auf unserer Reise so treffen wir auch hier einen Radfahrer. Er ist wie wir vom Nordkap in den Süden unterwegs – ein wahrer Held!

 

Dann fahren wir weiter. Alles ist voller Schnee. Wir fahren an 2 Meter hohen Schneewänden entlang. Kalt ist es wieder. Von den Schneewänden machen wir natürlich Fotos. Kein Auto oder Moped folgt uns. Wir sind ganz alleine.

 

Ein einsamer Camper hat sein Zelt im Schnee aufgeschlagen.

 

Bei der Abfahrt kommen wir nach einigen Kilometern an einer Schranke vorbei. Wir werden durchgelassen.

Ein Stück weiter löst sich das Rätsel: Die Trollstigen wurden heute für den Verkehr gesperrt, da die neue Touristeninformation auf dem Gipfel eingeweiht wurde.

 

Kurz nach unserer Anfahrt am Morgen hatte man die Straße gesperrt und auch den Parkplatz freigehalten für die offiziellen Gäste. Was haben wir für ein Glück. Eine halbe Stunde später und wir hätten den Genuss nicht gehabt.

 

Von den Trollstigen fahren wir direkt zu Geirangerfjord. Die Entfernung ist nicht weit.

 

Wir kommen von oben auf den Fjord zu und genießen die Aussicht.

 

In Geiranger wollen/müssen wir Geld ziehen. Wir haben kein Bargeld mehr. Geiranger ist voll von Radrennfahrern und –fahrerinnen.

 

Der Bankautomat ist out of order und wir irren ein wenig in dem touristisch geprägten Ort herum. Derweilen startet ein Radrennen auf den Dalsnibba. Genau in unsere Richtung.

 

Wir legen daher noch eine weitere Zwangspause ein und nähern uns danach dem Radrennfeld von hinten. Es ist schon eine Herausforderung, den Hang und die Kehren hinauf mit den Rennradfahrern zu fahren. Radler überholen, dabei keinen behindern und dann noch Gegenverkehr.

 

Ober angekommen biegen die Radler auf die Straße zum Dalsnibba ab, die noch höher hinauf führt und wir landen mal wieder im Schnee. Zugefrorene Seen, Schneewände, die noch höher sind als die bisher gesehenen und Kälte.

 

In Grottli stellen wir fest, dass eine Straße, die heute auf unserer Route liegt, gesperrt ist (vermutlich zu viel Schnee). Also kehren wir um und nehmen einen anderen Weg, der uns durch zwei ziemlich schlecht beleuchtete und elend lange Tunnel führt.

 

In Stryn angekommen, jetzt wieder bei 18° Wärme ziehen wir Geld und trinken Kaffee.

Hier überlegen wir, ob wir noch zum Briksdalengletscher fahren. Es ist jetzt 16.30 Uhr.

 

Ich überrede Gerd, noch dorthin zu fahren, ohne zu ahnen, was ich mir damit zumute.

Die Fahrt ist mild und wunderschön, durch ein tolles Tal mit vielen Lupinen und bunten Wiesen.

 

Am Briksdalen angekommen wollen wir zum Gletscher wandern. Leider finden wir den Weg nicht auf Anhieb (oder zum Glück).

Wir beschließen, direkt hier auf den Zeltplatz zu gehen, uns erst umzuziehen und dann noch einmal loszulaufen.

 

Der Zeltplatz ist sehr ! schön (siehe Fazit – Adressen) und mit leichteren Sachen läuft es sich besser.

 

Der Weg zum Gletscher ist für mich sehr beschwerlich – ich habe keine Kondition.

 

Nach ca. 2 bis 3 km bergauf erreichen wir den Gletschersee mit Gletscher im Hintergrund. Es ist jetzt hier windig und kalt. Gerd läuft noch weiter (verbotenerweise) und versucht, an den Gletscher heranzukommen. Er bricht aber diese Extratour ab, da der Weg doch zu weit ist.

 

Nach dem Abstieg bauen wir die Zelte auf und gehen erst einmal duschen. Dann kochen wir uns ein Abendesse und sitzen noch bei lautem Wasserfallgeräusch am Zelt.

 

Ein beeindruckender Tag mit so vielen wunderbaren Erlebnissen. Nur den Schnee möchte ich jetzt nicht wieder. Es reicht!!