Vestkapp, Norwegen
Vestkapp

Tag 21 - 17.06.2012 - Briksdalsbre - Vestkapp - Sogndal - 389


Die Nacht war gut und ausreichend warm. Ab und zu hat es geregnet.

 

Wir packen, frühstücken und fahren so gegen 8.15 Uhr vom Platz. Nach dem „warmen“ Tag gestern habe ich mein Futter aus den Motorradsachen genommen.

 

Wir müssen zurück nach Stryn, um dort zu tanken.

 

Auf der Tankstelle lernen wir einen Oldenburger kennen, der seit 2 Jahren hier lebt. Seine Frau ist Norwegerin und so ist er mit ihr und den 2 Söhnen hier her gezogen.

 

Er hat ein Zahntechniklabor und berichtet von seinen Startschwierigkeiten mit Land, Leuten, Sprache, Kindern, Schule und Gesundheitswesen. Es ist interessant, die Informationen zu bekommen.

 

Die Strecke zum Vestkapp – ich navigiere heute – beträgt ca. 177 km. Eine schöne Strecke vorbei an Fjorden und Seen, über Fähren und durch schöne Landschaften.

 

Direkt vor dem Vestkapp wird der Weg sehr schmal. Vorbei an Ziegen, Schafen und auch Pferden, die mit uns um die Wette galoppieren. Die Tiere laufen hier oben frei herum.

 

Oben am Vestkapp angekommen, lande ich erst auf dem unteren Parkplatz. Beim Verlassen des Parkplatzes – um weiter nach oben zu kommen – stürzt Gerd mit dem Moped. Es liegt auf der linken Seite.

Wir heben es gemeinsam hoch. Gerd hat eine Schürfwunde am linken Bein.

 

Großer Schreck! Das Blinkerglas links ist defekt. Wir kleben es mit Klebeband fest. Sonst ist alles in Ordnung.

 

So lassen wir die Mopeds doch unten stehen und laufen hoch.

Ein beeindruckender Ausblick rund herum. Dieser Ort ist ein Geheimtipp, da touristisch kaum erschlossen und daher recht ruhig.

 

Vom Vestkapp wollen wir nach Fjærland fahren. Da ich einen Kaffee möchte, halte ich Ausschau nach einer Gaststätte, die wir kurz nach dem Vestkapp auch finden.

 

Dort genieße ich den Kaffee und die Pause. Beim Verlassen des Schotterparkplatzes und dem Rauffahren auf die Straße gerät mir ein großer Stein vor das Vorderrad und ich liege samt Moped wieder auf der rechten Seite.

Das Moped liegt den Hang herunter. Wir haben zu zweit alle Hände voll zu tun, um es wieder aufzurichten.

 

Mir ist nichts passiert. Nur das Blinkerglas vorne rechts ist in Dutt. Der Koffer hat Dellen und der Spiegel ist lose. Wieder ein Schreck. Und nun ich. Ich dachte eigentlich, dass ich mit dem Faller auf der Fähre damit durch bin.

 

Weiter geht die Fahrt und dann fängt es wieder an zu regnen. Also Regensachen raus.

 

Wir fahren nach Fjærland zum Dorf der Bücher. Ein Film mit Senta Berger „Das Ende der Eiszeit“ hat dort gespielt. Das Dorf sieht aber anders aus als im Film. Ich meine, nur das Haus wiederzuerkennen, in dem sie den Film gedreht hat.

 

Realität ist aber auch außerhalb des Filmes, dass hier in fast jedem Haus Bücher angeboten werden. Ein Dorf als Antiquariat.

 

Es regnet immer noch und wir fahren noch 40 km bis zu einem Campingplatz in Sogndal.

 

Hier mieten wir uns eine Hütte mit zwei Schlafräumen, Bad und Küche. Leider haben wir nichts Vernünftiges zum Essen eingekauft. So gibt es in dieser Luxushütte heute nur Tütensuppe.

 

Abends besprechen wir die weitere Reiseroute. Wir beschließen, direkt bis Kristiansand weiter zu fahren. Der Preikestolen muss ausfallen, da das eine Tageswanderung bedeuten würde und wir uns lieber am Mittwoch mit Olaf (einem Freund aus Schleswig-Holstein) treffen wollen.

 

Wir rufen Olaf an, der sich über diese Nachricht freut.

 

Die Strecke wird uns noch an der Straße der Wasserfälle vorbeiführen, und dann soll es mit Olaf in den Süden Schwedens gehen.

 

Hoffentlich ohne Regen und ein bisschen wärmer- das wäre schön.

 

PS.: Vor der Hütte ist mir ein Stück Strandgut aus Holz zugelaufen. Da es sich wundervoll an meine Packsäcke schmiegt, werde ich es als "Mitbringsel" für meinen Arbeitskollegen mitnehmen, der solche Fundsachen sammelt.